Donnerstag, 10.12.2015

Farewell @ Paddy's

Am Donnerstag standen für uns die Endpräsentationen unseres Projekts/ des Minors auf dem Programm. Und damit auch irgendwie der letzte offizielle Termin der irgendwas mit Unikram zu tun hatte – bis zur Rückkehr im Januar erstmal.

Alle Studis aus Grabouw mussten eine Präsi über ihr Projekt vorbereiten und dann vor versammelter Mannschaft, inklusive Karin (die Tante, von der ich selbst nach drei Monaten noch nicht so ganz genau weiß, was eigentlich ihr Job in diesem Projekt ist, außer Lächeln und Hände schütteln - aber das macht sie echt gut), Paddy und den ganzen Supervisoren unserer Projekte, halten.

Das war, abgesehen von der Tatsache, dass ich einfach kein Präsi-Fan bin und wahrscheinlich auch nie einer werde, eigentlich ziemlich praktisch, da wir dieselbe Präsi ja auch nochmal in Holland halten müssen. Also war das quasi eine unbewertete Übung mit anschließender Feedbackrunde.

Unsere Präsentation lief auch soweit echt ganz rund, keine Holperer und inhaltlich zufriedenstellend war sie nach der Rückmeldung der Anderen auch.

Der beste Part war aber eigentlich, dass Chelsea und Liz uns aus der letzten Reihe durchgehend mit Gestik und Mimik und hochgehaltenen Tassen (die wir ihnen gestern geschenkt haben) angefeuert haben :)

Abends ging es dann zur nächsten Farewell Party, und diesmal zu Paddy.

Wir saßen mit der ganzen Studentengruppe gemütlich den ganzen Abend zusammen und haben fleißig in die Travel-Journals/ Notizbücher der anderen kleine Anekdoten verfasst – wie damals in der Grundschule, Freundebücher für Große quasi :)

Paddys Frau Rensie hat Pasta und Salat vorbereitet und einen undefinierbaren Nachtisch, von dem ich mir immer noch nicht sicher bin, ob ich ihn lecker fand (Kekse mit Pudding mit Mango mit Erdnussbutter mit Schokolade und den Rest konnte ich nicht deuten – die Südafrikaner essen ja bekanntlich gerne süß). Wir saßen alle bei Paddy im Wohnzimmer, der durch den Plastikweihnachtsbaum mit bunter Lichterkette, Lametta und 1000 verschiedene Weihnachtskugeln dran erhellt wurde (auf einigen der Weihnachtskugeln waren Namen, unter anderem auch jeder einzelne von uns Studenten :) ). An den Gedanken, dass Weihnachten hier bei heißen Temperaturen und demnach im Kleidchen und T-Shirt gefeiert wird kann ich mich echt nur schwer gewöhnen :D

Der Abend war eine perfekte Abrundung einer tollen Zeit, die vor allem auch durch die Gastfreundlichkeit und Unterstützung von Paddy und seiner Familie geprägt wurde :)

Und auch hier war der Abschied noch nicht wirklich endgültig, da wir auch noch mal in Januar reinschneien wollen!

 

Mittwoch, 09.12.2015

Goodbye Braai @ Chelsea's

Am Mittwoch waren wir dann zu unserem nächsten Goodbye Braai eingeladen, und zwar diesmal bei Chelsea mit Liz. Wir sind irgendwann nachmittags auf Chelseas Farm eingetrudelt und haben direkt die erste Flasche Wein aufgemacht und uns dann ein Gläschen am Pool genehmigt – uns ging es echt nicht schlecht :)

Die Zeit mit Liz und Chelsea war mal wieder super entspannt und interessant, die beiden sind schon echt ziemlich beeindruckende, spezielle Persönlichkeiten, jede auf ihrer Art. Um noch mal zurück zu blicken, habe ich in der Zeit hier und in der Schule von den beiden persönlich und therapeutisch echt eine Menge gelernt. Liz hat eine bemerkenswerte, unermüdliche Motivation die Dinge anzupacken und versucht in jeder Hinsicht immer weiter zu optimieren, um ihren Kids in der Schule das Beste zu bieten. Und Chelsea ist einfach ein typical american girl und damit ‘ne Wucht für sich :D Ich habe glaube ich noch nie jemanden mit vergleichbar viel Energy und Enthusiasmus gesehen.

Dementsprechend wurden den ganzen Abend also wieder lustige Geschichten erzählt und ausgetauscht und es war einfach nur schön noch mal in so einem entspannten Rahmen zusammen zu sitzen.

Naja und das Essen war natürlich auch wieder lecker :D Chelseas Boyfriend Dewald, dem die Apple Farm gehört (welche schon seit etlichen Jahren in Familienbesitz ist), hat für uns den Braai Master gemacht und uns viele Leckereien kredenzt – yummy :)

Später am Abend haben wir dann noch eine kleine Bescherung gemacht und Liz und Chelsea unsere kleinen Farewell-Geschenke übergeben. Chelsea ist komplett ausgerastet und hat sich gefreut wie ein Kind und Liz hat alles ganz sorgfältig und behutsam ausgepackt, um das Papier nochmal wieder zu verwenden – alleine diese Situation beschreibt diese beiden Charaktere perfekt :D

Und gottseidank haben sie sich auch beide sehr über den Inhalt gefreut :) Ein kleines Gläschen mit Papiersternen mit guten Wünschen, Konfetti, Lametta und Schokokugeln als kleine Weihnachtsüberraschung, ein Fläschchen ‚Gluhwein‘-Gewürz zum selber machen, zwei Gruppenfotos, einen Gutschein für den besten Brownie auffe Welt (der wurde hier im Blog ja schon ein paar Mal erwähnt) und eine super coole Tasse mit To Go Deckel mit der Aufschrift „There is a big chance this is wine“ – fanden wir sehr passend für die beiden :)

Anschließend haben wir abermals Liz Road Atlas zur Hand genommen um mit ihr nochmal unserer Reiserouten durch zu gehen, da sie auch ein absoluter Reisefan ist und wie sich rausstellte schon seeeehr viel von der Welt gesehen hat. Sie kam nämlich dann noch mit der Story um die Ecke, dass sie ja mal von England bis Afrika gereist ist. Mit dem Fahrrad. In 10 ½ Monaten. Moment, what?! Ja, sie hätte ja dann am Strand geschlafen und am Straßenrand und sich auf ihren Kompass verlassen und ihr Fahrrad wurde irgendwo auch mal geklaut aber ist am selben Tag wieder aufgetaucht, und einmal musste sie auch mal drei Tage das Fahrrad am Strand schieben, joa, aber es war echt amazing! Ich habe echt meinen Ohren nicht getraut und mit Gesichtskirmes ihrer Story gelauscht – unglaublich :)

Nach einem wirklich sehr schönen und interessanten Abend sind wir dann irgendwann spät in der Nacht ins Bett gefallen – und haben nochmal aufgeatmet, da es noch nicht das allerallerletze Mal war, dass wir die beiden gesehen haben :) Im Januar wollen wir Liz und Chelsea nochmal besuchen, da ich dem Morris dann auch nochmal Grabouw und Umgebung zeigen möchte :)

Sonntag, 06.12.2015

Hillsong Church/ Elgin Vinters Farm

Der Samstag war wie einige andere Samstage heute wieder etwas langweilig und den Uniprodukten gewidmet. Dafür waren wir am Sonntag dann mit Paddy um acht Uhr morgens verabredet um mit ihm in die Kirche zu gehen.

Ich persönliche habe keine ausgeprägte Verbindung zur Kirche als solche, aber ich wollte natürlich die Gelegenheit nicht verpassen, mir einen Eindruck zu machen, wie das hier so in Südafrika aussieht.

Und was soll ich sagen, ich habe es definitiv nicht bereut und um es mal etwas unchristlich auszudrücken – es war einfach nur krass :D

Die Kirche die wir besuchten, war eine Hillsong Church, die ihren Ursprung wohl in Australien hatte und mittlerweile in ihrer Art und Weise international vertreten ist.

Die Kirche sah nicht mal von außen aus wie eine Kirche, sondern war ein modernes Flachdach-Gebäude mit einem super schicken Foyer, in dem wir schon die ziemlich laute, ziemlich pop-rockige Musik aus dem ‚Kirchenschiff‘ hören konnten – welches sich mehr als Veranstaltungshalle mit Bühne und drei riesigen Live-Screens herausstellte. Ab dem Moment hatte ich wortwörtlich Probleme meine Gesichtszüge zu kontrollieren, weil ich wirklich einfach nur völlig verwirrt und überrascht und total beeindruckt war was da grade abging.

Das Publikum, mit überraschend vielen jungen Leuten, wippte und sang im Takt und mit erhobenen Armen der Band entgegen, die auf der Bühne ihre konzertreifen Songs zum Besten gaben. Mit Live-Band versteht sich. Die beiden Sänger waren ein blondes Mädel und ein bärtiger Typ, der in die Kategorie Hipster passt, die beide so Mitte zwanzig gewesen sein müssten. Die beiden schmetterten also, verstärkt mit der Band, einen Song nach dem anderen, die sich schlicht weg alle echt gut anhörten – natürlich tauchte in den Texten schon etwas religiös angehauchtes auf und Gott wurde auch ein paar Mal besungen – aber die Show war echt der Hammer. Die Lyrics liefen auf den Screens zum Mitsingen mit und die Band wurde gekonnt durch das Licht der arrangierten Neon-Röhren auf der Bühne in Szene gesetzt. Einfach nur komplett krass, um mich mal kurz zu wiederholen.

Der ‚Gottesdienst‘ ging auch super locker und entspannt weiter, in dem denn der Oberpastor von den Hillsong Churches in South Africa live zu geschaltet wurde und eine Predigt über das Thema Courage hielt. Ich muss echt sagen, dass ich absolut beeindruckt war, von diesem total lockeren Typen in Jeanshemd, der einen Vortrag hielt über ein natürlich auch biblisches Thema, welches aber den völlig anstrengungslosen Bogen zum every day life schlagen konnte, sodass ich mich echt mit seinen Worten identifizieren konnte.

Zum Schluss wurden dann noch Prayers auf dem Screen gezeigt, welche die Leute vorher im Foyer einreichen konnten: Good business decisions, breakthrough in a relationship and better salery waren die Prayers die den meisten Applaus und Zuspruch ernteten – auch komplett crazy :D

Es war wirklich eine totale Bereicherung mal zu sehen, dass Kirche tatsächlich auch anders geht und für meinen persönlichen Geschmack so viel mehr und soviel ansprechender wichtige Themen vermitteln kann – wenn es sowas in Deutschland gäbe, hätten wir glaube ich schon eine großen Schritt Richtung Modernität getan, denn in dieser Hinsicht ist uns Südafrika in jedem Fall deutlich voraus :)

Nach der Kirche sind wir alle nochmal kurz zurück in unsere Häuschen, um uns anschließend alle auf einer kleinen Weinfarm ganz bei uns um die Ecke in Grabouw wiederzutreffen und den Sonntagnachmittag super ausgelassen mit einem Weißwein in der Sonne ausklingen zu lassen :)

Donnerstag, 03.12.2015

Hello again, Jürgen-Norbert/ Sinterklaas

Man merkt in unserer häuslichen Umgebung hier definitiv, dass jeder damit beschäftigt ist, seine Produkte für die Uni fertigzustellen, jeder ist irgendwie busy. Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen, am Mittwoch ein gemeinsames Abendessen im Fred&Max in Grabouw zu organisieren, inklusive Paddy und seiner Frau. Jürgen-Norbert erkannte uns wieder (meine Haare haben einen Wiedererkennungswert, über den ich vorher gar nicht so nachgedacht habe) und grüßte uns freundlich. Lisa und ich mussten uns ein Lachen verkneifen, weil dieser Name einfach so überhaupt nicht zu diesem jungen, flippigen Typen passte. Jürgen-Norbert, hach.

Anschließend haben wir einen typisch niederländischen Sinterklaas-Wichtelabend gemacht und ich habe ein Sudokuheft und eine Plastiktrinkflasche abgesahnt, yeah! Vielleicht werde ich die beiden Sachen, herzensgut wie ich nun mal bin, als Willkommensgeschenk für die nächsten Studenten hier lassen… :D

Am Freitag waren wir dann zu Karin zum Abschiedsbraai eingeladen, wo wir nochmal alle unter einem Dach waren, alle Genadendaler und Grabouwer zusammen. Es war ein super schöner Abend, an dem noch mal eine Menge gequatscht wurde und vor allem Reisepläne ausgetauscht wurden, da auch die Genadendaler Studis bereits mit ihren Projekten soweit fertig waren.

Karins Mann, der übrigens sehr freundlich und aufgeschlossen war und mit dem wir über die Unterschiede in Südafrika im Vergleich zu Holland oder Deutschland herzlich lachen konnten, hat uns mit vorzüglicher Braai Kos verwöhnt. An diesem Abend haben wir aber auch das erste Mal so richtig das Event ‚Braai‘ kennengelernt: in Deutschland ist es ja meistens der Fall, dass man zum Grillen einlädt, oder eingeladen wird, und aller spätestens ein, bis zwei Stündchen später, das Essen verzehrfertig auf dem Tisch steht. Wenn man in Südafrika aber zum Braai eingeladen wird, sieht das alles etwas anders aus. Wir waren gegen 18 Uhr bei Karin, und wir haben alle mit knurrenden Mägen bis um kurz nach 22 Uhr gewartet, bis es dann endlich los ging. Beim braaien wird nämlich auch erst alles fertig gebraten und dann warm gehalten, damit dann hinter alles auf einmal bereit steht, und nicht wie in Deutschland erst ne Wurst, dann das Hähnchen, etc. South African Time halt.

Der Abend war sehr schön und am Ende wurde geherzt und umarmt, da wir einige da bereits zum letzten Mal gesehen haben. Die Studis, die mit uns den Minor machen, sehen wir aber mindestens nochmal in Holland dann wieder.

 

Samstag, 28.11.2015

Franschhoek/ Betty's Bay

Lisa und ich haben uns heute auf den Weg nach Franschhoek gemacht, ein weiteres Weinörtchen hier in unserer Nähe. Die Fahrt über den Franschhoek Pass war alleine schon wieder ein Highlight – ich könnte hier einfach nur stunden geradeaus fahren und die tolle Landschaft bewundern, es ist wirklich unbeschreiblich schön hier… Felder und Berge soweiiiit das Auge reicht :)

Nach einem guten Stündchen kamen wir dann auch an und wurden fröhlich winkend auf einen Parkplatz gewiesen (ach diese wirklich immer freundlichen Südafrikaner J in Deutschland würde dich keiner so auf einen Parkplatz winken…) und beim Aussteigen wurden wir schon mit toller Live-Musik über Lautsprecher beschallt. Unser Ausflugsziel war heute nämlich das La Paris Valley Festival, welches auf der gleichnamigen Wein- und Veranstaltungsfarm La Paris stattfand.

Es gab natürlich wieder allerhand Shoppingmöglichkeiten an kleinen Ständen mit tollen Sachen. Draußen spielten dann abwechselnd wirklich gute Sänger live ihre Songs und man konnte es sich in der Sonne auf Strohballen mit einem frisch gezapften Bier, einem Weinchen oder einem Cocktail gemütlich machen. Mit den letzteren haben Lisa und ich uns dann auch niedergelassen und den Nachmittag genossen. :)

Auch den Sonntag haben wir gaaanz entspannt angehen lassen, nachdem wir erst lange geschlafen haben und uns noch ganz fleißig an ein paar Produkte zum Korrekturlesen des jeweils anderen angeguckt haben. Danach hatte ich ein kleines Emo-Heimweh-Tief am Telefon (sorry Mama, Papa und Morris, und dicke Küsschen an dieser Stelle), aber nach dem die Tränchen getrocknet waren und das Gesicht mit Lichtschutz 50+ gegen die afrikanische Sonne gewappnet war ging es wieder ins Auto Richtung Betty’s Bay.

Nach einer (natürlich) wieder total tollen und alleine schon lohnenswerten Autofahrt, kamen wir dann in dem kleinen Örtchen an und folgten dem Schild ‚To Beach‘ bereitwillig, um nach zwei kurven dann schon die riesigen, weißen Dünen zu entdecken.

Woooow :) Ein weißer Traumsandstrand mit Bergpanorama im Hintergrund, wirklich wie aus dem TUI-Katalog! Wir haben uns (klug wie wir sind) hinter einer kleinen Düne ausgestreckt, da der Wind doch ein bisschen zugig war. Hach aber das war vielleicht schön :) Wir lagen zwar auch schon in Kapstadt in Camps Bay am Strand, aber das war mit dem Strand in Betty’s Bay nicht zu vergleichen. Hier lagen jetzt auf hunderte Meter verteilt vielleicht noch fünf andere Leute, wo hingegen Camps Bay doch schon etwas touristischer und demnach voller war. Ein absolutes Träumchen mit totalem Urlaubsfeeling.

So ging der Sonntag nach einem schlechten Start dann doch noch gut zu Ende :)

 

 

Freitag, 27.11.2015

Bizweni Center

Nachdem die restliche Woche wie bereits vorhergesagt nur noch super unstrukturiert ablief und die Lehrer eigentlich nur noch mit packen und umziehen beschäftigt waren, wo wir aber auch irgendwie über waren und mit fünf Leuten eine Kiste packen auch keinen Sinn machte, hat Liz uns freigestellt, sodass wir am Mittwoch und Donnerstag Homeoffice gemacht haben und so noch ein paar Uniprodukte von unserer Liste abhaken konnten. So mal als Zwischenresümee habe Lisa und ich glaube ich ein ganz gutes Timemanagement, und sind auf einem guten Endspurt, da wir vieles tatsächlich schon geschrieben haben! Einige Reports und andere Dokumente stehen noch an, unter anderem die individuellen Entwicklungs-Reports für die einzelnen Kids, die wir in der Therapie gesehen haben, und die Vorbereitung für die Präsentation über das Projekt, die wir uns dann gegenseitig am 10.12. vor versammelter Mannschaft inklusive Supervisoren halten werden.

Damit wir aber trotzdem noch ein bisschen was sehen in dieser Woche, hat Chelsea uns am Freitag dann mit in die andere Förderschule genommen, in der sie zweimal die Woche arbeitet. Das Bizweni Center ist in Somerset West, und der Weg dahin war ziemlich kontrovers. Zunächst fuhren wir mitten durch ein Town-Ship, mit grade eben so befestigten Straßen, die ohne Rücksicht auf die Autos zu nehmen von Kindern, Hunden, Hühnern und anderen Leuten oder Tieren überquert wurden. Um sich am Ende der Straße dann in ein absolute vornehmes, pick-feines Wohnviertel zu verwandeln, wo teure Autos hinter hohe Elektrozäunen geschützt geparkt wurden. Ziemlich strange. Wir wissen zwar mittlerweile, dass die Unterschiede hier tatsächlich weit auseinander klaffen, aber so ein Unterschied von Tag und Nacht innerhalb einer Straße war uns auch noch neu.

Das Bizweni Center lag also in einer wohlhabenderen Wohngegend und war tatsächlich auch im Vergleich zu Agapé heller, größer und besser eingerichtet. Auch das die Organisation hier anders und somit viel besser lief, haben wir schnell gemerkt. Mehr Lehrer mit einer Motivation, die Spaß beim zu sehen machte. Innerlich mussten Lisa und ich ein bisschen seufzen, dass es in Agapé nicht so toporganisiert läuft, womit man aber weder Liz, noch Chelsea einen Vorwurf machen kann, die beide das Beste geben. Sondern eher den höheren Tieren in der Institution Agapé, die manchmal nicht ganz nachvollziehbar handeln… Aber das ist eine zu lange Geschichte.

Wir verbrachten einen sehr informativen Tag und es war wirklich mal interessant zu sehen, was es für Unterschiede gibt.

 

Montag, 23.11.2015

Pre-Christmas at Agapé

Am Montag war es dann nach stundenlangem Geschenkeeinpacken endlich soweit und die „Weihnachtsfeier“ der Schule stand an. Schon etwas komisch bei einer Temperatur um die 26-27 Grad. Für die Kids war draußen schon eine Wasserrutsche aufgebaut und der Vormittag verlief gewohnt planlos, wie die anderen Tag auch schon und wie ich befürchte, wird sich das in den nächsten Tagen wegen des anstehenden Umzugs auch nicht mehr ändern. Nach Frühstück und zwei Snacks (hier wird ja immer viel und lange gegessen, so kriegt man nämlich die Zeit auch rum) haben wir uns dann in der Halle versammelt und alle Spielsachen für die Kiddies drapiert, um wenigstens ein schönes Gruppenfoto machen zu können. Schwieriger als gedacht mit dem Haufen Flöhe, da sie alle natürlich ganz aufgeregt waren und schauen und ausprobieren wollten, was wir denn da alles so eingekauft haben. Durften sie dann nach der kurzen Fotoversammlung dann ja auch und alle waren ganz begeistert. Unserer drei kleinen Bombenleger (die Lisa und ich auch in der Einzeltherapie haben und uns schon einige Nerven gekostet, aber im Umkehrschluss auch umso mehr Geduld gelehrt haben) haben sich direkt die drei Scooterbikes geschnappt und sind durch die Halle gedüst. Die Rolli-Kinder haben wir unter der 2,5m langen Kuschelraupe vergraben, die auch ganz neugierig geguckt und gegrapscht haben, was sich denn da buntes, kuscheliges auf ihren Tischen befindet. Eine andere Gruppe Kids haben die Balancebords und die Sandsäckchenschleudern in Beschlag genommen. Und natürlich waren alle Kinder super happy als jedes von ihnen ein ganz eigenes kleines, eingepacktes Vor-Weihnachtsgeschenk übergeben bekam (für manche Kinder war es mit hoher Wahrscheinlichkeit das erste Geschenk, was sie jemals bekommen haben, sagte Liz…). Hach, das war schön mit anzusehen :) Wir sind wirklich sehr sehr glücklich, dass wir das gespendete Geld so gut investieren konnten, und so die Kinderaugen ein kleines bisschen mehr zum Leuchten bringen konnten :)

Sonntag, 22.11.2015

Hout Bay Market/ Kirstenbosch Summer Concert

Nachdem Lisa und ich uns den gaaaaanzen Samstag mit leider notwendigen Uniprodukten gequält haben, ging es am Sonntag wieder mit dem Spaßprogramm weiter.

Zunächst haben wir uns nochmal auf den Weg zum Indoor Craft Market in Hout Bay gemacht um da ein bisschen zwischen den Ständen entlang zu schlendern und das einzigartige Angebot zu bestaunen. Anschließend ging es weiter zu den Kirstenbosch Botanical Gardens zum Summer Concert!

Inmitten von riesigen Grünflachen mit allerlei Bäumen, Blümchen und Büschen mit Sicht auf die Berge Kapstadts, war eine kleine Bühne am Fuße eines Hügels aufgebaut. Als wir ankamen und noch ein sonniges Plätzchen ergatterten um unsere Decke auszubreiten, waren viele Leute schon fröhlich am Picknicken und Weinchen trinken. Die Atmosphäre war super entspannt und wurde noch schöner, als die Band Freshly Ground dann zu spielen begann :) Sehr gute, relaxte Livemusik :)

Als letztes Zugabelied spielte die Band dann „Waka Waka“ und animierte die Menge damit aufzustehen und mitzutanzen, ziemlich cool :)

Lisa, Kiona und ich haben uns danach mit einer Pizza in unserer „Stammpizzeria“ in Camps Bay belohnt – man muss ja nicht immer einen Grund haben :)

Donnerstag, 19.11.2015

School Concert/ Meeting Jürgen Norbert

Nach rückblickend ein paar ausnahmslos turbulenten Tagen und Wochen in der Schule (jegliche aufgestellte Struktur ging leider in diesen letzten Tagen verloren, da alles durcheinander geworfen war) und einer Menge Üben und Performances einstudieren (und einer Menge Masken- und Kostümbastelei von Seiten der Lehrern und Lisa und mir) war Donnerstag endlich der grooooße Tag für unsere Kids – das Schulkonzert! :)

Alle Kinder kamen rausgeputzt und aufgeregt am frühen Abend zurück in die Schule und stellten sich hinter der Bühne für den ersten Song auf, bzw. wurden im Rolli aufgestellt. Liz lag besonders viel daran, dass die Rollikinder nicht nur als Dekoration auf der Bühne stehen, sondern in die Songs und Bewegungen eingebunden waren.

Nach wirklich einigen Tagen katastrophalen Übens, um es noch harmlos zu formulieren (viele Kinder auf einer Bühne sind wahrscheinlich immer eine Herausforderung – aber viele unterschiedlichst betroffene Kinder sind wirklich schwer unter einen Hut zu bekommen!) und einigen grauen Haaren mehr bei Liz, war das Konzert schlichtweg ein voller Erfolg! Die Kiddies haben alles gegeben und die Atmosphäre war toll – und besonders schön war, dass auch Lisa und ich einen kleinen Erfolg feierten, als wir die Nationalhymne als Abschlusssong (fast) auswendig mitsingen konnten. Sogar den Xhosa Part! Ich hänge den Text mal an und singe ihn gerne auf Nachfrage im Januar voller Inbrunst vor :)

 

Nkosi sikelel' Afrika

Maluphakanyisw' uphondo lwayo,

Yizwa imithandazo yethu,

Nkosi sikelela, thina lusapho lwayo.

Morena boloka setjhaba sa heso,

O fedise dintwa le matshwenyeho,

O se boloke, O se boloke setjhaba sa heso,

Setjhaba sa South Afrika - South Afrika.

Uit die blou van onse hemel,

Uit die diepte van ons see,

Oor ons ewige gebergtes,

Waar die kranse antwoord gee,

Sounds the call to come together,

And united we shall stand,

Let us live and strive for freedom,

In South Africa our land.

 

Der schöne Abend wurde dann noch mit einem gemeinsamen Dinner im Fred&Max in Grabouw abgerundet, den wir mit einigen lustigen Geschichten und Erzählungen verbrachten. Mein persönliches Highlight war aber unser Kellner, vielleicht Mitte 20, gutaussehend und ziemlich lässig angezogen in Shirt, Jeans und Sneakers – der anhand unserer Gespräche mit ziemlich vielen verschiedenen Akzenten schlau kombinierte, dass wir eine internationale Runde waren (eine Amerikanerin, drei Südafrikaner, eine Niederländerin und zwei Deutsche – klingt wie der Anfang eines schlechten Witzes, oder?). Als Lisa und ich dann erzählten, dass wir aus Deutschland kommen, hat er uns ganz aufgeregt erzählt, dass sein Papa Deutscher ist und er auch einen typisch deutschen Namen hat! Und sich uns dann, zu meinem völligen Entsetzen, als Jürgen Norbert vorstellte. Jürgen Norbert war es dann auch völlig egal und lachte nur, als Lisa und ich ihm erklärten, dass das zwar ein sehr deutscher, aber nicht unbedingt topaktueller Name in Deutschland ist – sympathisches Kerlchen :)

Dienstag, 17.11.2015

Fund-raising/Spending a loooot of money/Rusks baking lesson by Chelsea

Bevor ich zu Erzählen anfange, muss ich hier einmal kurz zurückspulen. Lisa und ich haben schon ziemlich zu Beginn unseres Einsatzes in der Förderschule bemerkt, dass es an einigen materiellen Sachen fehlt und es schon damit beginnt, dass nicht jedes Kind seine eigene Zahnbürste hat, um sich nach dem Essen die Zähne (und damit wahrscheinlich die einzige Möglichkeit am Tag, da man da in mancher häuslicher Umgebung auch nicht unbedingt rechnen kann) zu putzen. Und wenn doch eine vorhanden ist, dann in einem fürchterlichen unhygienischen, abgenutzten oder schlichtweg unpassenden Zustand; z.B. eine viel zu große Erwachsenenzahnbürste für ein fünfjähriges Rollikind mit Beißreflex.

Je mehr wir darüber nachdachten, desto mehr Sachen fielen uns auf und ein, was fehlt und was den Kindern und die Aktivitäten in der Schule allgemein erleichtern könnte.

Da Agapé aber eine non-profit Organisation ist und ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung hat, sind solche Ausgaben auf Deutsch gesagt einfach nicht drin. Lisa und ich haben uns dann ein bisschen mit Liz und Chelsea beratschlagt, ein paar Fotos von den teilweise unzumutbaren Zu- und Gegenständen gemacht und an unsere Familie und an einige unserer Freunde und Freundesfreunde über Whatsapp, Facebook oder Mail verschickt, mit der Fragestellung und Bitte, ob man da nicht vielleicht gemeinsam mit einer kleinen Geldspende ein bisschen etwas verändern kann.

Um es kurz zu machen: uns haben unglaubliche 995€ von lieben Menschen erreicht, die unser kleines, aber für uns bedeutendes Projekt hier in Südafrika unterstützen wollten und damit einiges möglich gemacht haben!

Nachdem wir schon direkt ein dringend benötigtes Laminiergerät gekauft hatten, für aktuelles Bildmaterial für die Klassen, haben wir das weitere Vorgehen gründlich mit Liz besprochen und geplant. So ging es dann voller Tatendrang und vollen Taschen am Dienstag mit ihr auf dem Weg in die Somerset Mall um einiges von dem Geld aufn Kopp zu hauen!

Wir haben eine Wippe, drei Scooterbikes (ähnlich wie ein Bobbycar) , eine riesige bunte Plüschraupe (ein Traum für die Krabbelkinder aus Klasse 1), Henkelbecher, Löffel, Zahnbürstenhalter (Zahnbürsten erreichten uns als Materialspende), Holz-Lernspielzeuge (zum hinterher ziehen, zum zusammen bauen, etc.), Puzzle, Knete, zwei schwere Tüten voller Bilder- und Vorlese-Lernbüchern, Bälle, Autos, Murmeln, Knete, und und und (ich habe hier bestimmt schon was vergessen)…

Es war wie im Paradies und dann auch noch ohne das Gefühl zu haben, es tut dem eigenen Geldbeutel weh! Wir haben außerdem jedem Kind ein kleines Weihnachtsgeschenk kaufen können: Puppen, Autos, Haarschmuck, Bälle, Musikspielzeuge, und für die „Großen“ gab es das erste eigene Etui mit passendem Inhalt (Bleistiften, Buntstiften, Radiergummi, Anspitzer, Klebe und Lineal).

Außerdem hat Liz bei dem Tischler ihres Vertrauens eigens für die Schule angefertigtes Lernspielzeug in Auftrag gegeben: zwei Balance-Boards, auf denen die Kinder balancieren müssen und durch Reifen klettern müssen und fünf Tritt-Brettchen, mit denen die Kiddies Sandsäckchen (oder andere Sachen…) in die Luft katapultieren können um sie danach bestenfalls rechtzeitig wieder aufzuschnappen.

Von dem Geld was wir tatsächlich nach diesem Großeinkauf noch über hatten, werden jetzt noch Matten für die Therapie, Ergo als auch Logo angefertigt.

Müde, aber glücklich haben wir uns dann gegen 18 Uhr aufgemacht zu Chelsea, denn wir haben mit ihr endlich einen Termin gefunden, um mit ihr ihre legendär-leckeren Rusks zu backen, damit wir das Rezept auch ganz realistisch und bereits praxiserprobt mit nach Hause nehmen können. Somit hatten wir einen ziemlich lehrreichen Abend zwischen Zucker und Mehl und „Amasi“ (saure Milch, die in einigen afrikansichen Kulturen zu ALLEM gegessen wird, und wohl aber so schmeckt wie man sich halt eben tatsächlich sauer gewordene Milch vorstellt… in dem Rusks-Rezept aber eine wichtige Zutat darstellt! In Deutschland durch Sauerrahm zu ersetzen…) und fielen abends ziemlich geschafft ins Bett :)

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